Der Ganges-Flussdelfin
| Populärname | Ganges-Flussdelfin |
| Wissenschaftlicher Name | Platanista gangetica |
| Lebensraum - Gewässer | Flusssystem des Indus und Ganges-Brahmaputra |
Merkmale

Ganges-Flussdelfin
Wissenschaftlicher Name der Familie: Platanistidae
Wissenschaftlicher Name der Gattung: Platanista (Gangesdelfine)
Gangesdelfine haben eine lang ausgezogene und leicht aufwärts gebogene Schnauze. Sie sind 2 bis 3 Meter lang, wobei Weibchen im Schnitt etwas größer als Männchen sind und bis zu 100 Kilogramm wiegen. Die Rückenflosse ist klein und unauffällig. In all diesen Merkmalen gleichen Gangesdelfine dem Amazonasdelfin, obwohl nur eine entfernte Verwandtschaft zu diesem besteht.
Die Körperfarbe ist dunkelgrau; die Unterseite ist etwas heller als die Oberseite. Den Augen fehlt eine Linse, und sie sind verkümmert. Daher wird die Art manchmal auch als Blinder Flussdelfin bezeichnet. Mit den Augen kann der Delfin allenfalls noch Helligkeitsunterschiede ausmachen. Die wirkliche Orientierung erfolgt über die Echo-Ortung. Offenbar hat das Leben im schlammigen Wasser den Gesichtssinn verkümmern lassen.
Verbreitung
Die Arten der Gangesdelfine leben in unterschiedlichen Flusssystemen. Der eigentliche Gangesdelfin bewohnt das Ganges-Brahmaputra-System im Nordosten Indiens und in Bangladesch. Die andere Art, der Indusdelfin, lebt im Mittellauf des Indus in Zentral-Pakistan. Ihre Verbreitung war einst wahrscheinlich viel größer und umfasste auch zahlreiche Nebenflüsse des Indus.
Lebensweise
Gangesdelfine leben für gewöhnlich einzelgängerisch. Sie bekommen ihren Nachwuchs zum Beginn der indischen Trockenzeit. Das einzige Junge ist etwa 70 cm lang und wird ein Jahr gesäugt. Die Nahrung sind Fische und aus dem Bodenschlamm gegrabene wirbellose Organismen.
Bedrohung
Die Gangesdelfine sind gefährdet, da sie sich immer wieder in Fischernetzen verfangen, durch Schleusen und Staudämme eingeschränkt werden und durch Gifteinleitungen in die Flüsse unfruchtbar wird. Zudem werden in manchen Regionen Gangesdelfine gefangen; ihr Fleisch gilt zwar als wertlos, aber ihr Tran gilt als Aphrodisiakum, und das Fleisch wird als Köder beim Angeln nach Welsen verwendet. Beide Arten stehen auf der Roten Liste der IUCN.
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